Der Jahreshöhepunkt
Sommerwochenende und 34. Troll-Rallye am Brombachsee im Landgasthof
Sonnenhof
Im
Landgasthof Hotel Sonnenhof trafen wir auf ein gastliches Haus, das auch
unseren preislichen Vorstellungen entsprach. Familie Kurfürst hatte
bereits am Montag eine Ferienwohnung bezogen, Hans und Andy bevölkerten
mit Hundedame Beverly den nahen Campingplatz, den auch Christina,
Gunther mit den Kindern als Urlaubsdomizil gewählt hatten. Für die
Testcamper aus Eckersdorf waren glücklicherweise Hans und Andy zur
Stelle, als sie beim Aufbau des Vorzeltes an den Rand eines
Nervenzusammenbruchs gerieten. Den Donnerstag, den die Mehrzahl der
Rheinländer zur Anreise nutzten, ließen wir mit der Besichtigung der
Fahrzeuge und Begrüßung der anreisenden Teilnehmer ruhig ausklingen.
Über 25 Personen versammelten sich am Abend zu einer gemeinsamen
Sichtung der kleinen Speisekarte.
Für Freitag
hatten Käthi und Paul-Karl, für die die Arbeit der Vorbereitung bereits
Monate vorher begonnen hatte, ein Alternativ-Programm vorgesehen, denn
leider viel unsere so schön gedachte Besichtigungstour der Audi-Werke in
Ingolstadt dem Brückentag zum Opfer. Andere, wie Elisabeth und Walther
aus Dresden, machten sich selbstständig und besuchten, nachdem sie auf
der Hinreise bereits das außerordentliche Maybach-Museum in Neumarkt
besucht hatten, historische Stätten in Weissenburg und Eichstätt. Uns
zog es dagegen in die nahe Region. In Abenberg ging es hinauf zur Burg,
zeigte das Klöppelmuseum eine Gastausstellung des Föreningen Svenska
Spetsar (FSS) unter dem Motto „Spitzenkunst in Schweden - Klöppeln
zwischen Tradition und Moderne“. Klöppeln, für den webmaster eine sehr
beeindruckende, nicht nachvollziehbare Kunstfertigkeit. Paul-Karl
unterließ es natürlich nicht, uns auf der Strecke zum nächsten Ort die
landschaftlichen Reize der Umgebung zu zeigen, wobei die befahrenen
Straßen in einer Generalkarte kaum zu sehen sind, da sie in neutralem
Dunkelgrau gehalten sind. Wir erreichten alsbald Großweingarten, einen
Ortsteil von Spalt, wo wir einen Blick in den Hofladen der Brennerei
Walther werfen durften. Nein, Spirituosen haben wir natürlich nicht
probiert, aber gerne nahmen wir von den fast schwarzen Süß-Kirschen aus
der Plantage des „Schnapsbrenners“, in dessen Besitz sich ca. 3000
Kirschbäume befinden. Den Ausklang des Tages bildete eine weitere
Attraktion des Orts Spalt. Wir erwanderten den „Spalter- Barfuß- Wonnen-
Weg“, „Unten ohne zwischen Enderndorf am See und Stockheim“. Selbst Glas
wurde schadlos überwunden - auch die eigene Angst.
Am Samstag
reisten die restlichen Teilnehmer an, die eher in der näheren Umgebung
zu Hause sind. Die weiteste Anreise konnte Gesche aus Schleswig
verbuchen, fast 800 Kilometer legte sie mit dem mitternachtsblauen 9-3
zurück. Die kürzeste Anfahrt hatten wohl Irmgard und Karl mit 58 km, die
wieder den 97iger 9000 Anniversary präsentierten, dessen tadelloser
Zustand uns immer wieder in Erstaunen versetzt. Einen tolles Auto, das
selbst heute nicht nur bei Saab seinesgleichen sucht. Weitere Teilnehmer
mit einer aufwendigen Anfahrt kamen aus Hannover, Petra und Guido im 9-3
Cabrio und Ulla nebst Monika aus Schwerte - für Simone und Ulla ein
freudiges Wiedersehen nach bestimmt über 20 Jahren.
Zum
erstmaligen Kennenlernen kam es für uns bei der Ankunft der
österreichischen Saab-Fans, Renate und Joe aus Hörbranz am Bodensee.
Joe´s humorvolle Art stieß auf viel fruchtbaren, rheinischen Boden und
sorgte für schnellste Integration und beste Stimmung. Auch bei Anja und
Dietmar aus München war keine Zeit der Eingewöhnung spürbar, so dass das
Organisationsteam die Fahrerbesprechung vor einer richtigen
Saabgemeinschaft abhalten konnte, nachdem schon mal die wichtigen Dinge
an und in den Fahrzeugen in Augenschein genommen waren. So auch die
wunderschönen handgemachten Sonett 1– Modelle von Karl, die er in aller
Bescheidenheiten dem Saab-“Archivator“ Wolfgang zeigen konnte.
Bei so viel
handwerklichem Geschick bekamen die von Paul-Karl angekündigten vier
Sonderprüfungen eine besondere Bedeutung, die schließlich über Sieg oder
Niederlage entscheiden könnten. Die gesamte Familie, Töchter Barbara und
Ursula, Sohn Matthias, Freundinnen und Freunde und Bruder Hansi aus
Augsburg wurden rekrutiert und organisierten den Ablauf der vier
Prüfungen. Begonnen wurde mit der SP 1 auf dem Startplatz am Hotel.
Dort wurden drei Boulekugeln möglichst nah an einen Punkt geworfen und
die Abstände summiert. Die Einzelergebnisse sind zwar nicht bekannt,
aber beim Autorenteam erinnerte das Boulespiel mehr an Kugelweitstoß.
Danach begaben wir uns auf die 130 km lange Strecke der 34.
Troll-Rallye. Welch ein Vergnügen! Diese Landschaft, diese Sträßchen,
diese Ortschaften - da beginne ich zu Schwärmen. Von Pleinfeld aus
richtete sich die Strecke nördlich aus. Keine drei Kilometer folgten wir
der Staatsstraße, als die Strecke nach links abbog und einem
asphaltierten Weg folgte. Es ist grundsätzlich festzustellen, dass
ausschließlich asphaltierte Straßen befahren wurden, Schotterwege wären
möglich gewesen, auf deren Nutzung Paul aber verzichtete. Es folgte ein
erster „Rundkurs“ und nur hier kamen uns aus irgendeiner Richtung
Despina und Alexandra entgegen, mit denen wir jedoch anschließend
gemeinsam einige Kilometer Strecke abfuhren. Nicht vergessen wollen wir,
dass wir natürlich auch etliche Fragen nach Örtlichkeiten, Jahreszahlen,
großen Söhnen einiger zu durchfahrenen Städten oder Orten zu beantworten
hatten. Spalt, Abenberg und Windsbach waren die nächsten Stationen,
bevor wir nach einer idyllischen Ortsdurchfahrt durch zwei Stadttore von
Wolframs-Eschenbach das Gasthaus zur Sonne erreichten, wo wir auf die
nächsten Sonderprüfungen trafen. Es hieß Apfel- und Pflanzensorten zu
bestimmen. Diese Aufgabe erledigte Liway mit Bravour und wir ließen uns
Kaffee und Kuchen munden. Da es galt, die bestellten Gedecke zu
bezahlen, starteten wir fast als Letzte in den neuen Abschnitt,
ausschließlich Wolfgang mit Sohnemann Felix auf dem heißen Sitz des
Beifahrers, Simone und Frank und das Team Kurt und Harald ließen sich
noch etwas Zeit des Verweilens. In der Stadt Wolframs-Eschenbach, der
westlichste Ort und Halbzeit der Troll-Ausfahrt, stießen wir natürlich
auch auf die noch im Ortskern von Mittelalter und Renaissance geprägten
Bauten, eine Stadt, die uns vordergründig wieder mit Kopfsteinpflaster
und sehenswerten Gebäuden überraschte. Kurze Zeit nach der Kaffeepause
folgte bereits die nächste Prüfung in einem dunklen Waldstück. Hier war
mit einem Lenkrad nach Kegeln zu rollen, für uns leider wieder nur von
mäßigem Erfolg gekrönt. Auch die von Liway gezogene Losnummer brachte
keine erfreulicheren Aussichten auf Erfolg.
Mitteleschenbach, die Burg von Wernfels, als Jugendherberge genutzt,
Haundorf und Absberg hießen die nächsten „größeren“ Ortschaften. In
Absberg nutzten wir einen in den Streckenunterlagen empfohlenen
Aussichtspunkt, um die Fläche der Fränkischen Seenplatte zu sehen:
Großer Brombachsee, auf dem der Trimaran seine Gicht zeigte, Kleiner
Brombachsee und der Igelbachsee.
Als nächsten
größeren Ort erreichten wir die Kreisstadt Weißenburg (WUG). Dort
stießen wir auf Ruth und Uli, die uns auf der Runde durch die Altstadt,
auf der Suche nach einer Jahreszahl und durch das Ellinger Tor
begleiteten. Hier trafen wir auch auf die Münchner Freude Anja und
Dietmar, die sich zu Fuß auf die Jagd nach dem historischen Gebäude aus
dem 16. Jahrhundert gemacht hatten. Die letzten Kilometer führten uns am
Ellinger Schloss vorbei auf einen frei befahrbaren Wirtschaftsweg,
parallel zur B 2, zurück nach Pleinfeld. Selbst google-maps versagte
hier bei der Rekonstruktion unserer Strecke, die uns auch hier natürlich
durch den alten Ortskern von Pleinfeld führte, selbstverständlich mit
der Durchfahrt durch das Stadttor.
Auf eine
Menge strahlender Gesichtet trafen wir auf dem Parkplatz am Hotel
Sonnenhof an. Es wurde diskutiert, gelacht und natürlich wieder nach den
Autos geschaut. Meinungen wurden kund getan - auch zur Situation der
Marke gab es genügend Ansichten und Spekulationen.
Um 20 Uhr
wurde dann das Büffet eröffnet. Lecker, reichlich, zufriedene Gesichter
- Paul Karl konnte getrost mit der Siegerehrung beginnen. Genauere
Einzelheiten kann ich nicht berichten, wir wurden jedoch als 16.
gewertet, wie die ausgegebene Urkunde besagte. Dank der „Paulschen“
Initiative gab es zudem für jedes Team einen 10-Liter-Falteimer und ein
mit einem eingebrannten Club-Logo versehenes Fensterleder. Sieger wurde
das Team der Familie Kurfürst aus Mönchengladbach bzw. Niederkrüchten.
Welch ein Zufall, denn Hans und Andy hatten bereits im Vorfeld die
Ausrichtung der 35. Troll-Rallye versprochen, an sich in der
Vergangenheit die traditionelle Aufgabe der Vorjahressieger, mit der wir
vor einigen Jahren brechen konnten. So scheinen auch die kommenden Jahre
bereits ihre Ausrichter und Organisatoren gefunden zu haben. Nach 2012
im rheinischen Schwalm-Nette-Gebiet werden wir uns womöglich 2013 in Hof
an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern wiedersehen. Die 36.
Troll-Rallye wollen die zweimaligen Sieger Christina und Gunther
organisieren, 2014 sehen wir Sonja und Thomas als Orga-Team in
Bad Wurzach im Allgäu und 2015 wollen uns womöglich Elisabeth und
Walther das barocke Dresden und Umgebung zeigen, vorbehaltlich
verbindlicher Absprachen beim nächsten Sommerwochenende am Niederrhein.
Obwohl am
Sonntagmorgen die ersten Teams abreisten, gab es für die verbliebenen
Teilnehmer ein Abschluß-Fotoshooting vor dem Barockschloss von Ellingen. Ich denke, wir durften ein wunderschönes
Sommerwochenende in Pleinfeld erleben und genießen - und eine
außergewöhnlich akribisch vorbereitete Troll-Rallye.
Wir sagen
allen Beteiligten herzlichen Dank.